08.5.2006

Folge 53

Von Sabina Altermatt um 00:03 [ 11. Leere Worte ]
Gertrud betrachtete Frau van der Meer, wie sie unter der Türe stand. Sie musste sich eine Strähne aus dem Gesicht gestrichen haben. Quer über ihre Stirn zog sich eine braune Spur. Den einen Handschuh hatte sie zur Begrüssung abgenommen.
Für einen kurzen Moment fragte sich Gertrud, was sie hier machte. Sah das nicht ganz nach einem Schnellschuss aus? War das Löschprogramm wirklich ein Beweis dafür, dass van der Meer die Daten vernichtet hatte und seine Frau nichts von dem Verhältnis zu Andrea Aebischer wusste? Was, wenn van der Meer der Mörder von Andrea war, dann hätte er die Daten gelöscht, egal ob seine Frau über seine Eskapaden Bescheid wusste oder nicht.
«Wollen Sie nicht hereinkommen?»
«Danke, ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass wir Frau Tobler verhaftet haben.»
«Ach ja? Und deshalb sind Sie hierher gekommen?»
«Genau, ich wollte ...» Gertruds Handy klingelte.
«Ja, Mancini, was gibt's?» Für einmal war sie froh, von Mancini unterbrochen zu werden. «Ist nicht wahr!»
Frau van der Meer schaute sie fragend an.
«Ja, machen Sie das! Bis gleich.» Sie wandte sich an Frau van der Meer. «Ich brauche eine Speichelprobe von Ihnen.»
«Wieso denn das?»
«Zum Abgleich.»
«Abgleich?»
«Wir haben die Jacke gefunden.»
«Welche Jacke?»
«Die Jacke, die der Mörder – oder die Mörderin – Ihres Mannes trug. Eine blaue Kapuzenjacke. In einer Mülltonne. Am besten, Sie kommen gleich mit.»


05.5.2006

Folge 52

Von Sabina Altermatt um 00:03 [ 11. Leere Worte ]
Bus 33
Was ihr letzte Nacht noch so klar vorgekommen war, schien heute banal. Was hatte ein gelöschtes Dossier mit Sprechproblemen zu tun? Und wieso sollte Marion Tobler sie nicht wieder angelogen haben? Doch irgendetwas trieb Gertrud dazu, in ihren Notizen nach der Telefonnummer von Marita Klein zu suchen.
Auch diesmal nahm niemand ab. Gertrud beschloss, persönlich vorbeizugehen.
Frau Klein wohnte an der Rosengartenstrasse. Gertrud fuhr mit dem 8-er bis zum Hardplatz, wo das Tram eine Schlaufe drehte und stieg dann in den 33-er Richtung Schaffhauserplatz.
Der Bus war ziemlich voll. An der Haltestelle Bahnhof Hardbrücke stiegen einige aus. Gertrud ergatterte einen freien Platz. Kaum hatte sie sich gesetzt, klingelte das Telefon.
Es war der freundliche Informatiker von der Datenforensik.
Die Untersuchung von van der Meers Computer sei abgeschlossen. Es habe leider etwas länger gedauert. Sie hätten zurzeit viel zu tun.
Der Bus hielt am Escher-Wyss-Platz. Er leerte sich fast vollständig.
Er habe das Löschprogramm O&O-SafeErase auf van der Meers Harddisk entdeckt. Damit könne man Daten vernichten. Auch mit der Gutmannschen Methode.
«Heitere Fahne!» rief Gertrud durch den Wagen. Die verbliebenen Passagiere drehten sich zu ihr um inklusive Fahrer. Der Bus streifte beinahe einen Velofahrer, der ebenfalls über die Hardbrücke fuhr.
Wenn van der Meer die Daten von Andreas Computer gelöscht hatte, dann wollte er sein Verhältnis mit ihr vertuschen. Wieso sonst hätte er das tun sollen? Und wenn er es vertuschen wollte, dann doch vor allem wegen seiner Frau. Sie konnte also nichts vom Verhältnis ihres Mannes gewusst haben. Lisa van der Meer hatte gelogen.
Gertrud stieg an der Rosengartenstrasse aus. Doch anstatt zu Frau Klein zu gehen, kämpfte sie sich über die dicht befahrene Strasse und stieg in den Bus Richtung Albisrieden, der gerade angerollt kam.

Es dauerte lange bis Frau van der Meer die Tür öffnete. Sie trug Gartenhandschuhe.


04.5.2006

Folge 51

Von Sabina Altermatt um 00:03 [ 11. Leere Worte ]
Gertrud erwachte um zehn nach Drei. Sie hatte schlecht geträumt. Das Nachthemd klebte an ihrem Körper.
Es war eine Art Spiel. Frau van der Meer und Marion Tobler warfen sich einen Ball zu. Sie selber stand in der Mitte und versuchte, ihn aufzufangen. Doch er glitt ihr jedes Mal durch die Hände und fiel zu Boden. Die beiden lachten, sperrten ihre Münder weit auf. Ihre Gesichter wurden zu Fratzen.
Gertrud sass auf und schob das Kopfkissen in den Rücken.
Was war los mit ihr. Fühlte sie sich nun schon von Frauen bedroht? War sie reif für eine Therapie?
Sie stand auf, holte ein Glas Hahnenwasser und setzte sich an den Stubentisch. Sie hätte gerne ein wenig in der Zeitung geblättert, doch es war keine gekommen am 1. Mai. Um festzustellen, dass die Welt um sie herum noch dieselbe war. Um wieder in die Realität zurückzufinden. Doch was war die Realität? Auf jeden Fall nicht das, was in der Zeitung stand. Aber es hätte sie wenigstens beruhigt, etwas Normales, ganz Alltägliches zu tun.
Waren ihre Träume Realität? Schliesslich hatten sie etwas mit ihrer Arbeit zu tun. Und die war ziemlich real.
Sie musste wieder an die aufgesperrten Münder denken, die sie zu verschlucken drohten. Was hatte sie zu befürchten? War sie für diesen Job zu alt? Fehlte ihr die professionelle Distanz?
Merkwürdig war, dass man nichts hörte. Aus den Mündern. Da war nur diese Stille. Hatte das mit den Sprechproblemen zu tun, die Marion Tobler angedeutet hatte? Was meinte sie damit? Aus lauter Wut auf Mancini war sie gar nicht darauf eingegangen. Nicht unbedingt ein Zeichen der Souveränität. Meinte sie Probleme mit Sprechen oder Sprachlosigkeit? Wortlosigkeit?
Auf einmal sah sie es vor sich. Das leere Dossier. Das Dossier mit den fehlenden Gesprächsnotizen. Wie hiess die Frau noch? Marita Klein. Sie hatte sie nie erreicht. War das die neue Spur?
Sie zog ein frisches Nachthemd an, löschte das Licht und ging wieder zu Bett.


03.5.2006

Nervengift, Kapitel 10 - Erste Verhaftung

Von Sabina Altermatt um 02:03 [ Podcast ]
Nervengift als Hörbuch-Podcast. Gelesen von Oliver Mannel.

Podcast, Kapitel 10

Klicken Sie auf den Link, um die Folge abzuspielen oder auf das Symbol, um den Podcast in iTunes zu öffnen und zu abonnieren.


Folge 50

Von Sabina Altermatt um 00:03 [ 10. Erste Verhaftung ]
Im Kommissariat war ein Durchkommen beinahe unmöglich. Überall standen junge Leute in den Gängen, die Hände mit Kabelbinder zusammengezurrt, die Augen rot, die Gesichter verschmiert.
Die Verhörzimmer waren alle besetzt. Sie gingen in Gertruds Büro. Mancini postierte sich vor der Türe, obwohl Gertrud ihm zu verstehen gegeben hatte, dass das nicht nötig sei.
Marion Tobler gab zu, dass sie nach dem Tod ihrer Freundin ins Sozialzentrum gegangen war, um van der Meer zur Rede zu stellen. «Er wollte nicht zu dem Kind stehen. Das hat Andrea getroffen. Ich glaube, sie ist daran zerbrochen.»
«Also nichts mit Samenspender.»
«Nein.»
«Wieso haben Sie uns dann diese Geschichte aufgetischt?» wollte Gertrud wissen.
«Wenn ich Ihnen gesagt hätte, dass van der Meer Schuld an Andreas Tod ist, dann hätten Sie mich festgenommen.»
«Soweit sind wir nun auch.»
«Aber ich habe ihn nicht umgebracht, nur eins verpasst und Frau van der Meer über die Schwangerschaft informiert.»
«Da steht Aussage gegen Aussage.» Gertrud blickte zu Mancini, der verdrehte die Augen.
«Sie haben ein Motiv und kein Alibi. Das sieht nicht gut aus», meinte Gertrud.
«Hätten Sie für ein oder drei Uhr morgen ein Alibi?»
«Kommt drauf an.»
«Ich war's nicht.»
«Und wer dann?»
«Fragen Sie Frau van der Meer. Die ist beinahe grün geworden, als ich ihr erzählt habe, dass Andrea von ihrem Mann schwanger ist.»
«Das hatten wir schon.»
«War Andrea eigentlich ein paar Tage vor ihrem Tod anders als sonst?» fragte Mancini unvermittelt. Gertrud schaute ihn böse an. Musste der wieder dreinfunken?
«Sie war irgendwie gestresst. Vielleicht, weil van der Meer fand, sie solle abtreiben und gerade drei Monate vorbei waren. Und unser Verhältnis war auch ziemlich angespannt.»
«Verstehe. Und sonst?» fragte Mancini weiter.
«Mancini, könnten Sie uns bitte einen Kaffee holen?» fiel Gertrud dazwischen.
Er tat keinen Wank.
Marion Tobler dreht sich zu ihm um. «Sie hat da mal was von einer Frau erzählt. Einer Klientin. Sie wollte aber nicht sagen, worum es geht. Das muss sie ziemlich beschäftigt haben.»
«Sehr aufschlussreich», meinte Gertrud.
«Die hatte Probleme mit Sprechen, glaub ich.»
«Hören Sie Frau Tobler. Ich habe langsam genug von diesen Geschichten. Bitte Mancini, sehen Sie mal nach, ob wir noch eine freie Zelle haben. Frau Tobler bleibt vorläufig hier.»


02.5.2006

Folge 49

Von Sabina Altermatt um 00:03 [ 10. Erste Verhaftung ]
1. Mai
Der 1. Mai-Umzug war vorüber. Auf dem Kanzlei-Areal thronte unter den Kastanienbäumen der Böög, auf dem Helvetiaplatz spielte eine Schweizer Rockband. Es roch nach Tränengas.
Gertrud bahnte sich einen Weg durch die Konzertbesucher, dicht hinter ihr Mancini. Sie waren nicht die einzigen, die auf den Helvetiaplatz strömten. Schwarzgekleidete Junge mit hochgezogenen Kapuzen, Sonnenbrillen und Tüchern rannten auf den Platz. Durch die Bäume schimmerte blau ein Wasserwerfer.
Mancini hielt sich ein Taschentuch vors Gesicht und fluchte. Gertruds Augen brannten.
«Die werden das nie in den Griff bekommen, typisch Stadtpolizei», sagte sie zu Mancini.
«Was haben Sie gesagt?» Er konnte sie nicht verstehen. Die Musik war zu laut. Aus Richtung Kanzlei knallten vereinzelt Tränengaspetarden.
Endlich hatten sie den Getränkestand erreicht. Marion Tobler stand mit dem Rücken zur Bar. Gertrud versuchte, sie zu rufen, doch sie schien sie nicht zu hören. Ein Mann mit langen, blonden Rastas fragte sie freundlich, was sie gerne trinken würden.
Anstatt zu bestellen, zeigte Gertrud ihren Ausweis. «Ich möchte Marion Tobler sprechen», sagte sie und deutete auf Marion.
Ein Punk mit mehrfach durchlöcherten Ohren, der neben Gertrud stand, sagte, sie solle verduften. Das sei bullenfreie Zone. Sie könne auf die andere Seite gehen, wenn sie mittun wolle, er deutete Richtung Kanzlei. Mancini stellte sich in seiner ganzen Grösse vor ihn hin, der Junge zeigte den Mittelfinger und zog ab.
Der Mann hinter der Bar hatte inzwischen Marion verständigt. Sie kam zu Gertrud herüber.
«Frau Tobler, Sie sind verhaftet. Sie stehen unter Mordverdacht. Ich muss Sie bitten, mitzukommen.»
«Gleich?»
«Sofort.»
Marion Tobler wischte sich die Hände an einem Geschirrtuch ab, unterhielt sich kurz mit ihrem Kollegen und holte eine Jacke unter der Theke hervor.
«Am besten, wir gehen zu Fuss», sagte Gertrud. «Es ist nicht weit.»


01.5.2006

Folge 48

Von Sabina Altermatt um 00:03 [ 10. Erste Verhaftung ]
Er wartete vor ihrem Büro.
«Na, Mancini, was gibt es so Dringendes?»
«Ich komme gerade vom Sozialzentrum.»
«Und was haben Sie da gemacht? Etwa Sozialhilfe beantragt?»
Sie schloss das Büro auf und liess ihm den Vortritt. Mancini blieb mitten im Raum stehen und machte ein beleidigtes Gesicht. Gertrud bereute sofort ihre Bemerkung.
«Tut mir Leid. Bitte, setzen Sie sich doch.»
Er nahm Platz und schwieg.
«Nun kommen Sie schon. Was sind das für Neuigkeiten?»
Mancini rollte mit dem Stuhl leicht vor und wieder zurück. «Sie erinnern sich an die Sekretärin im Sozialzentrum?» begann er zögernd.
«Die mit den Fingernägeln?»
«Ich habe sie heute besucht. Das heisst, ich habe sie schon mal besucht. Als sie noch im Spital war.»
«Wieso das?»
«Ich wollte wissen, wie es ihr geht, ob sie vielleicht dem, was sie mir bereits gesagt hat, noch etwas anfügen möchte.»
«Das war rein beruflich?» Gertruds Frage klang eher wie eine Feststellung.
«Rein beruflich.»
«Und heute? Auch rein beruflich?»
«Nein. Also, ja. Zum Schluss schon. Es war eher Zufall. Wir haben über ihren Job geredet und sind dann auf diesen Vorfall zu sprechen gekommen. Sie wissen schon, als van der Meer eine in die Magengegend bekommen hat. Sie hat das auch beobachtet. Und ist überzeugt, dass es eine Frau war.»
«Eine Frau?»
«Ja. Und zwar eine ganz bestimmte. Nach ihrer Beschreibung kann es niemand anders sein als Marion Tobler.»
Er schaute sie erwartungsvoll an.
«Sie mal an! Das heisst, die Frau hat gelogen.»
«Genau.»
«Von wegen weiter unten. Mancini, ich denke wir haben sie.»
Mancini strahlte.
«Dank Ihnen!»
Mancini strahlte noch mehr.


28.4.2006

Folge 47

Von Sabina Altermatt um 00:03 [ 10. Erste Verhaftung ]
Bernerhof
«Du siehst nicht gut aus.»
«Danke.»
«So hab ich es nicht gemeint.»
Der Bernerhof war beinahe leer.
Gertrud zündete sich eine Zigarette an.
«Ich hab das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben.»
Gian legte seine Hand auf die ihre, drückte sie.
Sie zog sie weg, holte tief Luft. «Sie haben Kerim verhaftet.»
«Mist. Aber es war eine Frage der Zeit.»
«Das hab ich Mia auch gesagt. Aber was nützt das schon.» Sie schaute sich nach einem Aschenbecher um, doch es war keiner da. «Kannst du dir vorstellen, wie das für zwei junge Menschen ist?»
«Was macht sie jetzt?» wollte Gian wissen, ohne auf ihre Frage einzugehen.
«Ich weiss es nicht. Noch ist er nicht ausgeschafft. Aber als Marokkaner hat er doch keine Chance.» Sie blickte ihn lange an. «Ich finde, die Leute sollten leben können, wo sie wollen und wie sie wollen.» Ein Stück Asche fiel auf den Tisch.
«Das sind ja ganz neue Töne.» Gian reichte ihr den Unterteller seiner Kaffeetasse. «Weisst du noch, wie du dich genervt, damals, als Erich nach Italien ging.»
«Vielleicht hatte er seine Gründe.»
«Ja, vielleicht. Und wie läuft dein Fall?»
Sie nahm einen tiefen Zug. «Ein Hennenkampf.»
«Bitte?»
«Zwei Frauen, die sich gegenseitig belasten.»
«Du erstaunst mich immer wieder.»
«Wir Frauen sind auch nicht besser.»
«Soso. Und wie gehst du damit um?»
«Abwarten.» Sie drückte die Zigarette aus. «Bis eine einen Fehler macht.»
Das Handy klingelte.
Mancini war dran. Sie müsse unbedingt ins Büro kommen. Es gäbe Neuigkeiten. Sicher wieder etwas ganz Belangloses, dachte Gertrud.
«Ich bezahle. Geh du nur», sagte Gian. Er stand ebenfalls auf und drückte sie an sich. Einen kurzen Moment zu lang.


27.4.2006

Folge 46

Von Sabina Altermatt um 00:03 [ 10. Erste Verhaftung ]
«Bitte Mia. Sprich mit mir. Was ist los? Ist was mit Kerim?» Sie legte ihr die Hand auf die Schulter.
«Ist was mit Kerim?» äffte Mia Gertrud nach, drehte sich um und schaute sie mit verheulten Augen an. «Klar ist was mit Kerim. Er ist weg. Jetzt frag nicht so blöd. Sie haben ihn festgenommen. Er wird ausgeschafft.»
«Ach, Mia. Es tut mir Leid.»
«Wir suchten einen Ort, wo es nicht nach Bratwürsten roch. Dann sind wir zum Kanzlei gegangen. Wie alle anderen auch, denen dieses Sechseläuten auf die Nerven geht. Und dann sind sie gekommen. Zu viert. Haben alle kontrolliert. Ich hab sie gefragt, ob sie immer noch den Böög suchen. Eine Antwort habe ich nicht gekriegt. Ich wollte sie ablenken. Kerim tat so, wie wenn er mal schnell aufs Klo wollte. Aber einer deiner lieben Kollegen ist ihm nachgegangen und hat ihn am Arm gepackt. Nicht so schnell, hat er gesagt. Den Kabelbinder hatte er auch gleich zur Hand. Kerim hatte keine Chance. Sie haben ihn abgeführt. Ich wollte mitgehen, aber sie haben mich nicht gelassen. Ich sei ja nicht verwandt und so.»
Gertrud schwieg.
«Und jetzt, sagst du nichts? Sonst hast du doch immer für alles eine Lösung.»
«Es tut mir Leid.»
«Das sagtest du bereits. Mir auch, so ne Scheisse. Es ist einfach nicht fair.» Sie schlug mit der Faust auf die Matratze.
«Ich kann dir nicht helfen. Versteh doch, es war eine Frage der Zeit bis sie ihn erwischen.»
«Das ganze Leben ist eine Frage der Zeit.» Mia setzte sich auf. «Du kennst doch diesen Polizeipräsidenten. Kannst du nicht mal mit dem sprechen?»
«Nein, das kann ich nicht. Das weisst du. Das sind die Gesetze. Da nützt es nichts, jemanden zu kennen.»
«So sauber ist unsere Schweiz auch nicht.»
«Bitte Mia, hör auf.»
«Ist doch wahr. Wenn es einmal zu meinem Vorteil wäre, dass meine Mutter Polizistin ist, dann bringt es nichts.»
«Wie meinst du das jetzt?»
«Glaubst du, es macht Spass, wenn die Mutter ständig irgendwelchen Durchgeknallten hinterher jagt? Glaubst du, es hat Papa Spass gemacht?»
«Er hat uns verlassen.»
«Eben.»


26.4.2006

Nervengift, Kapitel 9 - Starke Frauen

Von Sabina Altermatt um 02:03 [ Podcast ]
Nervengift als Hörbuch-Podcast. Gelesen von Oliver Mannel.

Podcast, Kapitel 9

Klicken Sie auf den Link, um die Folge abzuspielen oder auf das Symbol, um den Podcast in iTunes zu öffnen und zu abonnieren.


Beiträge  11 - 20 /75