21.4.2006

Folge 42

Von Sabina Altermatt um 00:03 [ 9. Starke Frauen ]
Osterglocken
Marion Tobler wohnte an der Josefstrasse. Am Briefkasten waren neben M.Tobler noch weitere Namen angebracht, teilweise wieder durchgestrichen, überklebt. Eine Frau mit einem Kleinkind auf dem Arm öffnete Gertrud die Tür.
Marion sei im Garten, sagte sie. Das Mädchen warf den Plüschhasen, den es in der Hand hielt, Gertrud vor die Füsse. Diese hob ihn auf und streckte dem Kind das Stofftier entgegen, doch es drehte den Kopf weg und vergrub ihn an der Schulter seiner Mutter.
Gertrud schaute sich um. Wo hatte es denn hier einen Garten? Etwa im Hinterhof?
Die Frau lachte. «Nein, nicht hier, im Juchhof, unserem Schrebergarten.»

Gertrud setzte sich in den letzten Wagen des 4-ers. Hinten lärmte ein Mann. Schrie irgendetwas von Lungenkrebs. Erst jetzt roch Gertrud den Zigarettenduft. Ein anderer stand rauchend am offenen Klappfenster.
Links von ihr sass eine Frau mit einem Mädchen und einem Jungen. Sie schien den beiden erklärt zu haben, wieso der Mann sich so aufregte. Eine Sitzbank hinter ihnen drehte eine junge Frau eine Zigarette. Das Mädchen hatte sich umgedreht und schaute ihr fasziniert zu. Wie sie den Tabak herauszupfte und vorsichtig aufs Papier krümelte.
«Schau nach vorn», herrschte die Mutter die Kleine an und widmete sich sogleich wieder deren Bruder auf ihrem Schoss. Es war nicht einfach, in dieser Stadt Kinder grosszuziehen, dachte Gertrud.
Zwei Schüler vor ihr unterhielten sich über den Böög-Diebstahl. Geil, fand es der eine. Gemein, der andere. Sie war froh, dass sie sich nicht auch noch darum kümmern musste. Das war Sache der Stadtpolizei.

Im Juchhof herrschte bereits reger Betrieb. Die einen tranken vor dem Vereinshaus Bier oder Rivella, andere sassen vor ihren Hütten und jassten. Die meisten Beete waren noch braun. Am Rand der Gärten blühten Osterglocken und Forsitien.
Gertrud blickte über die Anlage. Jeder hatte hier sein eigenes kleines Stück Freiheit, zwischen Autobahn und Kläranlage, umzäunt und von Securitas bewacht.


Kommentare

Special Agent Gibbs - leroy.gibbs [at] ncis.gov
2006-04-21 00:04:34

Hmm schöne blume hat das mit dem Gift zu tun?

Seh den text nicht :-(

Special Agent Gibbs - leroy.gibbs [at] ncis.gov
2006-04-21 01:13:35

Ahh Text ist auch nun hier :-)

Naja auch wenn es net die sache der Kniminalpolizei ist, könnte sie ihn ja ansprechen und sagen das er, falls er rauchen will zufuss gehen soll.
BTW, hat sie doch mit rauchen aufgehört, da müsst das doch irgendwie störend sein.

Muss sagen das mir ihre mentalität immer mehr und mehr weniger zusagt, sie seigt grosse desinteresse für die anderen, kümmert nur um das wo sich selber.

In andern ländern hät der Herr schon prügel bezogen ;-)

Rebecca
2006-04-21 03:09:31

Ich finde es schoen, wie Sabina die "Art" der Schweizer beschreibt. So typisch! Nun weiss ich wieder, wieso ich weit weg von der Schweiz bin.

Columbo
2006-04-21 05:20:14

Aha, für einmal hat Sabina Mitleid mit uns und geht nicht inmitten einer nervenzerfetzend spannenden Szene ins Wochenende. Nun gut, sie lässt uns zwar weiter darauf warten, was Marion denn zu sagen hat. Beispielsweise zur Frage, wie eng denn ihr Verhältnis zu Andrea effektiv war. Anscheinend nicht so eng, dass die beiden zusammen gewohnt hätten. Am gesellschaftlichen Druck kann das ja kaum gelegen haben; heute sind wir ja alle so fantastisch tolerant.

Im übrigen erlaubt mir die heutige Handlung, oder vielmehr das Fehlen einer solchen, meine Gedanken etwas schweifen zu lassen und etwa die Frage zu erörtern, was für Werte heutige Eltern ihren Wonneproppen denn so vermittlen, dass so ein kleiner Tunichtgut auch nur auf den Gedanken kommt, Einbruchdiebstahl sei etwas "geiles". Kein Wunder, nimmt die Jugendkriminalität epidemische Ausmasse an.

Aber ich schweife mal wieder ab. Eigentlich wollte ich ein wenig über den Titel der ganzen Geschichte sinnieren, und mir mögliche Bedeutungen durch den Kopf gehen lassen. Lässt vielleicht der asiatische Badematel auf eine stärkere Verbindung in den geheimnisvollen Osten schliessen, als uns allen bisher bewusst ist? Die sollen da ja allerhand exotische Tinkturen haben, von denen der durchschnittliche europäische Gerichtsmediziner wahrscheinlich noch nie gehört hat. Was, wenn der Andrea so ein, ahem, Nervengift, verabreicht wurde; vielleicht in einem Getränk (man hat ja keine Einstiche gefunden), und das dann zu temporären Muskellähmungen geführt hat, worauf wiederum das Ertrinken ohne weitere "Hilfe" vonstatten ging? Das würde einerseits das Fehlen von Kampfspuren erklären und andererseits den Kreis der Verdächtigen wieder vergrössern, weil damit ja nicht mehr unbedingt gesagt ist, dass Andrea freiwillig ins Wasser stieg. Zugegeben, der toxikologische Befund förderte keine ungewöhnlichen Fremdstoffe zutage; aber wer weiss denn schon, wieviele dieser geheimnisvollen orientalischen Substanzen sich nach einiger Zeit spurlos auflösen.

Wenn jetzt in Marion's Schrebergarten noch eine höchst seltene asiatische Pflanze steht, die vielleicht genau so ein hinterhältiges Gift produziert, dann sind wir definitiv mal wieder auf einer heissen Spur (wer weiss, vielleicht outet sich ja Mancini als Hobby - Biologe, der die Signifikanz des Gewächs auf Anhieb erkennt).

Wenn andererseits Christiaan die Andrea auf dem Gewissen hat, stammt besagte Pflanze wohl eher aus dem VdM'schen Garten - womit dann wieder ein klärendes Gespräch mit dem Gärtner angebracht wäre.


Hercule Poirot
2006-04-21 07:35:04

Guten Morgen werte Kolleginnen und Kollegen
Die Gertrud ist schon wieder auf Reisen. Langsam fände ich es im Sinne der Zürcher steuerzahler sinnvoll, wenn Gertrud ihre Einvernahmen auf dem Präsidium durchführen würde. So kämen weniger Reisekosten auf die Spesen und die Reisezeit verkürzte sich enorm.

Ja, ja die braunen Beete... Aber hallo! Hoffentlich ist Gertrud da nicht ins Zentrum der Kuttenbewandeten Assassinen geraten (siehe meinen letzten Comment von gestern), welche ihre Opfer auf diesem unberührten Flecken Erde zu vergraben gewohnt sind. Also zumindest bei den Hügelbeeten wäre ich vorsichtig! Und bloss keine Osterglocken und Forsitien pflücken, dass gilt in Schrebergartenkreisen als Kriegserklärung.


Dr. Watson
2006-04-21 08:59:59

@Special Agent Gibbs: Ich glaube eher nicht, dass der rücksichtsvoll zum Klappfenster hinauspaffende Raucher in anderen Ländern Prügel bezogen hätte, auf jeden Fall in den meisten nicht (Ausnahmen sind vielleicht Singapur, Skandinavien, evtl. die USA?).

@Hercule Poirot: Naja, Gertruds Reisespesen dürften nicht so exorbitant ausfallen, da sie ja meistens mit dem Tram unterwegs ist. Und ab und zu aus dem stillen Kämmerchen herausgehen schadet den Ermittlungen sicher auch nicht.

@Columbo: Sehr interessante Gedanken mit dem Nervengift. Zusammen mit der Raucherepisode hat sich in meinem Detektivenhirn eine Assoziation zu Nikotin ergeben. Gemäss dem verlinkten Wikipedia-Eintrag ist es in reiner Form farblos, wasserlöslich und als die Ganglien des vegetativen (d.h. die lebenswichtigen Funktionen wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel kontrollierenden) Nervensystems blockierende Substanz für den Menschen ab 3 mg pro Kilo Körpergewicht tödlich. Über den Geschmack steht nichts.

Eine Zigarette enthalte ca. 1 mg reines Nikotin. Wenn man dieses nun extrahieren könnte, reichten bei einem ca. 60 kg schweren Menschen nach Adam Riese ca. 9-10 Päckchen, um ihn ins Jenseits zu befördern.

Im Gehirn sei Nikotin überdies höchstens drei Tage nach Einstellung des Konsums noch nachweisbar. Wenn ein Mörder den Kaffee seines Opfers über einige Tage oder Wochen hinweg mit einer gewissen Dosis reinem Nikotin versetzen würde und dieses somit langsam und kumulativ getötet hätte, hätte der Gerichtsmediziner nichts mehr finden können - mal abgesehen von Spuren der Nikotinabgaben der letzten drei Tage, welche als Indiz für Rauchen durchgehen könnten. Und das, falls das Gehirn eines Toten in solchen Fällen überhaupt so eingehend untersucht würde.

Wäre das eine glaubwürdige These für den Tathergang? Bleibt die Frage, wer Andrea das Gift untergejubelt haben könnte. Er oder sie muss es ja nicht zwingend selber gewonnen haben.

Columbo - frank_columbo [at] hotmail.com
2006-04-21 09:00:43

Welcome, Rebecca; ich bin also nicht der einzige Fern - Kriminalist. Ja ja, in den feinen Details kommen die lokalen Eigenheiten zum Vorschein, und dafür hat Sabina ohne Zweifel ein Auge. Darf ich fragen, von wo aus du die Ermittlungen führst?

Gar keine Frage, geschätzter Hercule, es wäre sicher effizienter, wenn Frau Kommissarin ihre Arbeitszeit für Schreibtisch – gebundene Nachforschungen nutzen und beim Brainstorming mit Sandro mögliche Zusammenhänge aufdecken würde. In der Realität werden dann bei Bedarf die uniformierten Kollegen, die ja sowieso streifenmässig unterwegs sind, gebeten, die eine oder andere Person rein zu holen. Aber in der Literatur ist's natürlich dramatischer, wenn die leitende Ermittlerin selbst (physisch) neuen Hinweisen und heissen Spuren nachjagt. Ausserdem hat Gertrud sicher eine Jahreskarte des Verkehrsverbunds, und spart den Zürchern damit wahrscheinlich, im Vergleich zur Verwendung eines Polizeifahrzeugs, erst noch Spesen.

Ich denke mal, sie kann sich einigermassen sicher fühlen in der Schrebergarten – Anlage. Zum einen heisst's nichts von misstrauischen Blicken, die hinter den Rivella – Fläschli hervorlugen, und zum anderen hat unsere Heldin ja nicht vor, sich in allfällige dunkle Angelegenheiten der Hobbygärtner einzumischen. Bisher hat sie jedenfalls eine konsequente Ignoranz gegenüber allen Missetaten, die nicht direkt mit ihrem Fall zu tun haben, gezeigt; und so lange potentielle Übeltäter, die hier Unterschlupf gefunden haben, nicht befürchten müssen, dass Gertrud nach irgendwelchen Leichen stöbert, sollten da keine Probleme auftauchen.

Dann hoffen wir mal, dass sie sich deinen wertvollen Hinweis bezüglich der Blumenpflückerei zu Herzen nimmt, sonst muss der gute Sandro doch noch als Retter in der Not seine Chefin vor dem Lynchmob bewahren.

Hier sind die Gärten übrigens auch braun, aber das liegt weniger an vergrabenen Leichen (die Gangs machen sich diese Mühe normalerweise nicht), sondern mehr an den Wasserbeschränkungen.


Columbo
2006-04-21 09:39:55

Eine hochinteressante These, dear Watson. Vielleicht liesse sich das Nikotin mit einem handelsüblichen Hobby – Chemie – Set extrahieren; und ein Täter liesse nach vollbrachter Tat selbiges Set sicherlich verschwinden. Und im Vergleich zu anderen Giften ist das Nikotin ja relativ einfach (und legal) zu erhalten, wenn man das mit der Extraktion aus den Zigaretten mal im Griff hat (und heutzutage findet man ja Anleitungen für jeden Bedarf im Internet).

Andererseits steht im Autopsie – Bericht, dass Andrea's Todesursache eindeutig Ertrinken war; wenn an unserer These etwas dran ist, müsste es also ein Gift sein, dass die (Atem-)Muskeln solange lähmt, bis das Ertrinken erledigt ist, und sich dann möglichst vor dem Auffinden des Opfers spurlos verflüchtigt. Schwierig, aber wie gesagt, wer weiss, womit jemand mit Kenntnissen der Geheimnisse des fernen Ostens allenfalls aufwarten könnte.

Im übrigen frage ich mich immer noch, ob der Christiaan vielleicht "nur" sein Verhältnis mit Andrea vertuschen wollte, als er nach ihrem Tod mit entsprechenden Nachforschungen rechnen musste, oder ob er doch noch mehr zu verbergen hatte. Vergessen wir nicht, Andrea's Computer wurde von jemandem gelöscht, der relativ ungehinderten Zugang zu ihrem Arbeitsplatz hatte, und da ist der jüngst verstorbene Herr VdM immer noch mein Top – Kandidat.

Monk - [at] fbi.com
2006-04-21 10:11:32

dear good nose friends
chers fins limiers
queridos buen olfatos
also da fühl ich mich natürlich geehrt, dass wenigstens mein hoch geschätzter columbo schon mal was von meinen erfolgen gehört hat. ja, unter verkannten spürnasengenies entwickelt man schnell ein verwandtschaftliches gefühl. vielen dank werter kollege, wenn ich sie in aller bescheidenheit, und wenn ich auch nicht mehr offiziell einem polizeidienst angehöre, denn so nennen darf.

also auch mir gibt der führungsstil von gertrud zu denken. so kann man doch nicht mit einem sensiblen, mit allen badeölen gewaschenen jungen kollegen umgehen. so ein management by champignons (kaum hebt er die nase kurz aus dem mist, in den sie ihn gestossen hat - kopf ab) kann grosse wunden hinterlassen und ein aufsteigendes talent unwiderruflich in die kaltschnäutzigkeit eines dorfpolizisten verwandeln. glauben sie mir, ich weiss, wovon ich rede.
andererseits kann man mit entsprechenden therapien heute viel erreichen und falls der arme mancini schon bald auf ein solches coacing angewiesen wäre, könnte er wenigstens die angefangene arbeit unseres geschätzten hercule poirot erneut aufnehmen und der armen lisa ein wenig unter die zwangsjacke gucken - denn so ganz bademantelweiss steht sie für viele von uns sicher noch nicht da.
a propos führungsstil und unwiderruflichen seelischen schaden: was bin ich froh, dass die zürcher behörden der führungstechnisch nicht immer upgedateten gertrud einen mann italienischer abstammung zur seite gestellt haben und nicht einen vierbeinigen kommisar rex - hundeflüsterer sind verglichen mit unserer gschätzten Hölzli-Klinik extrem teuer und so viel ich weiss auch noch nicht generika-vertreten.

was den bademantel und die beduinen angeht, lese ich heute im cash, dass die luxusmodemacherin tally elfassi-weijl in fes eine eigene kleider produktion unternehmung hat (was uns wieder zu den beduinen führt) und wo luxus bademäntel hergestellt werden sind erfahrungsgemäss luxusbadeöle nicht weit.

aber eigentlich wollte ich euch heute von einer ganz anderen sache reden. verzeiht bitte meine abschweifende geschwätzigkeit. da ich eure geduld viel zu sehr strapaziert habe, verschiebe ich die darstellung meiner aufschlussreichen weiteren nachforschungen lieber auf Montag...

häf ä gut taime änd
mui en segida.

@ Special Agent Gibbs
vielleicht handelt es sich hier um die neue, nikotinfreie zigarette, die nicht mal mehr rauch produziert bzw. ausser 30 mio aktienkapital überhaupt keine produktion aufweist. dann allerdings wär der rauchende fahrgast ein börsenhai und als solcher natürlich für steueramt und polizei gleichermassen unantastbar - man will es mit kapitalisten im sp züri ja nicht grad so gäch treiben

Columbo
2006-04-21 10:19:32

Eine hochinteressante These, dear Watson. Vielleicht liesse sich das Nikotin mit einem handelsüblichen Hobby – Chemie – Set extrahieren; und ein Täter liesse nach vollbrachter Tat selbiges Set sicherlich verschwinden. Und im Vergleich zu anderen Giften ist das Nikotin ja relativ einfach (und legal) zu erhalten, wenn man das mit der Extraktion aus den Zigaretten mal im Griff hat (und heutzutage findet man ja Anleitungen für jeden Bedarf im Internet).

Andererseits steht im Autopsie – Bericht, dass Andrea's Todesursache eindeutig Ertrinken war; wenn an unserer These etwas dran ist, müsste es also ein Gift sein, dass die (Atem-)Muskeln solange lähmt, bis das Ertrinken erledigt ist, und sich dann möglichst vor dem Auffinden des Opfers spurlos verflüchtigt. Schwierig, aber wie gesagt, wer weiss, womit jemand mit Kenntnissen der Geheimnisse des fernen Ostens allenfalls aufwarten könnte.

Im übrigen frage ich mich immer noch, ob der Christiaan vielleicht "nur" sein Verhältnis mit Andrea vertuschen wollte, als er nach ihrem Tod mit entsprechenden Nachforschungen rechnen musste, oder ob er doch noch mehr zu verbergen hatte. Vergessen wir nicht, Andrea's Computer wurde von jemandem gelöscht, der relativ ungehinderten Zugang zu ihrem Arbeitsplatz hatte, und da ist der jüngst verstorbene Herr VdM immer noch mein Top – Kandidat.

Dr. Watson @ Frank Columbus
2006-04-21 10:19:37

Auf jeden Fall scheint die Spur mit dem Nervengift eine heisse zu sein, wie Sabinas Ferienbericht verrät.

Das Ertrinken ruft in mir die Erinnerung an die Affäre Uwe Barschel in Erinnerung. Lang, lang ist's her, Watson noch ein Jungspund, aber das damals vom Stern so indiskret geschossene und veröffentlichte Photo blieb mir noch im Gedächtnis.

Columbo
2006-04-21 11:20:47

Aber gar kein Problem, dear Monk; im Gegenteil, ich selbst befinde mich ja als beamteter Verbrecherjäger in der Minderheit (zusammen mit Agent Gibbs). Der geschätzte Dr Watson und sein Chef arbeiten ja, wie auch unser Freund Hercule, auf privater Basis (wobei sie die staatliche Konkurrenz mit gar nicht amateurhaften Erfolgen regelmässig ausbooten), und die gute Ms Marple, die sich inzwischen leider einem anderen Fall zugewendet zu haben scheint, bekämpft das Böse ja sowieso nur, weil ihr die samstäglichen Bingo – Nachmittage in der Gemeindehalle zu langweilig sind. Da passt ein Ex – Profi wie du doch perfekt in unsere Mitte.

Und in der Sache muss ich dir auch Recht geben; bei Gertrud's Teamfähigkeit besteht definitiv noch "room for improvement". Ich denke aber, unser Sandro ist seelisch gefestigt genug, um mit dem gelegentlichen Liebesentzug zurecht zu kommen; vor allem, wenn er sich ja damit trösten kann, wertvolle Beiträge zur Lösung des Falls geleistet zu haben. Gertrud muss wohl eher aufpassen, dass sie da nicht plötzlich selbst überrundet wird und, wie schon mal angetönt, plötzlich "Mancini" auf dem Bürotür – Schild steht.

Tatsächlich, lieber Watson, wenn man Sabina's Tagebuch so liest, kann man tatsächlich auf den Gedanken kommen, dass wir da auf einer gaaaanz heissen Spur sind. Interessant auch der Hinweis im Satz über das Timing, dass sie nicht zu früh ALLE hinter Gitter bringen will. Ein weiteres Ablenkungsmanöver, um uns zu wilden, aber fruchtlosen, Spekulationen zu verleiten? Oder kamen die gelegentlich auftauchenden Verschwörungstheorien der Wahrheit doch näher, als wir je zu träumen gewagt hätten?

Werter Blog – Admin, ich muss mich noch für den Double – Submit meines letzten Beitrags entschuldigen; eine unheilige Allianz von technischer Störung (auf meiner Seite) und temporärer Fehlfunktion meiner fingermässigen Feinmotorik hat mir da gar übel mitgespielt. Wenn sich die Wiederholung (submit timestamp 2006-04-21 10:19:32) löschen liesse, wäre ich dir sehr verbunden *schäm*

Special Agent Gibbs - leroy.gibbs [at] ncis.gov
2006-04-21 11:54:43

Wie ist es eigentlich damit das im Badeöl ein Nervengift mitgemischt wurde und wenn jemand darin badet, dabi wird das gift durch die haut rein in den körper getragen. Wenn die person öfters ein bad nimmt wird so ohne ein einstich dem körper gift eingeführt.

Man müsste halt auf die fingernägel der Toten achten ob es veräterische spuren gibt (die weissen streifen).

Das Gift kann naütlrich auch im bademantel draufgestrichen sein, so das wenn man den mantel anzieht das gift auch wieder auf den körper übertragen wird.

Was mich verwundert ist das sich frau Tobler selber nicht bei der Polizei gemolden hat als auf Tele Züri, der berricht kam das ihre Freundin tot sei. Falls sie es nicht gesehen hat, muss sie sich ja trotzdem langsam sorgen gemacht haben da sich ihre freundin ja lange nicht gemolden hat oder nicht erreichbar war.

Von dem her ist Frau Tobler in meinen augen schon ein bisschen suspekt.

Columbo
2006-04-21 13:09:16

In der Tat, einige äusserst prüfenswerte Punkte, geschätzter Gibbs. Wenn's tatsächlich das Badeöl war, ist durchaus plausibel, dass auf dem Bademantel zwar die Badesubstanzen, nicht aber das Gift nachgewiesen werden kann; das wäre – immer gemäss unserer Theorie – ja spurlos abbaubar, weil man in Andrea's Körper nix davon gefunden hat. Der Nachteil wäre natürlich (aus des Täters Sicht), dass relativ schwer abzuschätzen ist, wann denn genügend Gift im Körper ist, um die gewünschte Lähmungserscheinung zu verursachen; aber wenn's auf ein paar Tage nicht ankommt, wäre dieses Szenario durchaus denkbar. Die Frage ist allerdings, ob, bei der schon erwähnten Abbaubarkeit des Gifts, sich überhaupt eine genügend hohe Konzentration ansammeln könnte, ohne dass die einzelnen Teilmengen zwischendurch wieder verpuffen. Es sei denn natürlich, das Teufelszeug ist so hochwirksam, dass eine einzige Anwendung, bei der ein paar Milligramm durch die Hautporen dringen, reicht.

Den Mantel selbst einzureiben, halte ich für eher unwahrscheinlich. Man müsste da schon eine Menge auftragen, die garantiert, dass trotz dauernden Abbaus noch eine wirksame Konzentration vorhanden ist, wenn das Opfer den Mantel dann endlich benutzt. Und in dem Fall wären wohl noch Restspuren nachzuweisen gewesen.

So oder so – wenn wir mit dem spurlos abbaubaren Gift richtig liegen, braucht's schon ein Geständnis, oder weitere sehr starke Indizien, die den Täter / die Täterin dann zu eben diesem Geständnis bringen; denn nachweisen lässt sich ja eben dummerweise nix mehr – es sei denn, Gertrud schickt den Sandro nochmal in Andrea's Wohnung, um die dort vorhandenen Badezusätze ins Labor zu bringen.

Und ganz recht; Marions bisheriges Verhalten alleine macht sie schon ziemlich verdächtig. Ihr Auftritt bei Frau VdM (gehen wir mal davon aus, dass sie das war) lässt auf eine eher impulsive Persönlichkeit schliessen, und damit wiederum scheint sie mir eine durchaus plausible Kandidatin für den Mord an Christiaan.

Hercule Poirot
2006-04-21 13:59:07

Zugegeben meine werten Kolleginnen und Kollegen, eure Theorien hören sich plausibler an als meine neurotischen Verschwörungsfantasien. Ich scheine hier etwas stark von meinem Lieblingsautor Sonnenkinder (angelehnt an das Buch "Der Holcroft-Vertrag" von Ludlum) der Finsterniss entsteigen.

Nun ja, ich kann auch mit Gift durchtränkten Badeschlarpen, Badezusätzen, Duschvorhängen oder Kimonos leben. Hört sich ja auch sehr raffiniert an und eure Kombinationsgabe escheint als sehr fortgeschritten.
Zu dieser These kommen mir dann noch weitere Gedankengänge. Wass wäre wenn, die Marion Tobler bei der Frau von der Meer gar keinen solch schlechten Eindruck hinterlassen hat, wie uns Frau vdM weissmachen will? Immerhin hat die Freundin von Marion mit dem Ehemann von Lisa rumgemacht (mit den entsprechenden Konsequenzen und die beiden gehörten Frauen wollten sich rächen? Immerhin war Lisa nicht in der Lage Kinder zu kriegen, ebenso Marion zusammen mit Andrea, und das Resultat aus der Laision war emotional so ziemlich ein Tiefschlag für die betrogenen Frauen. Haben sie etwa die eigene Zuneigung zu einander gefunden und den raffinierten und perfiden Mordplan zusammen ausgetüftelt? Aber Moment, ich lasse mich schon wieder zu ausschweifenden Gedankengängen hinreissen.


Special Agent Gibbs - leroy.gibbs [at] ncis.gov
2006-04-21 17:53:22

Also die indizien für gift, lässt sich meist oder gar immer, nicht mien fach gebiet, an den weissen linien beim fingernagen und fussnagel nachweissen. Auch sollte es in der Leber woll noch rückstände gebenl. Allerdings müsst man wohl auch danach in der Leber suchen, in zürich ist wohl gang und geben das man nur nach was bestimmten sucht wenn man auch den auftrag hat.

Man kann sicherlicht auch noch im Badeöl das gift nachweisen oder im bad wenn man einen abstrich machen würde. Da es im Bad sicherlich noch rest spuren geben würde.

BTW will ich anmerken das ich kein toxikoligischen berricht gesehen habe, bin mal alle folgen durch, aber sah sowas net, wenn ich es verpasst habe, mir doch bitte die folge nennen wo eines erstellt wurde :)

Special Agent Gibbs - leroy.gibbs [at] ncis.gov
2006-04-21 18:08:28

Ohhhh, was mir noch in sinn kommt, die Frau Tobler hat ja einen Hobby Garten, es kann ja sein das einer der Gifte im garten hhäusschen zu finden ist, z.B: gegen schnecken und die dann im Badeöl beigemischt wurde. Schliesslich sind solche sachen auch für menschen giftig also so pestizide.

Und jeder kann sie Legal einkaufen.

Miriam
2006-04-21 22:19:51

Das ist nun wirklich ein Zufall. Die Frau mit den beiden Kindern im letzten Wagen des 4ers, das war ich mit meinen beiden Söhnen*.

Ich erinnere mich genau an die Szene mit Raucher im Tram und ausflippendem Lungenkrebspatient, ebenso an den Tabakdreher hinter uns, dem mein älterer Sohn tatsächlich genauestens auf die Finger schaute. Da ich das nicht so genau tat und nicht wusste, ob der gute Mensch sich jetzt eine Guge dreht im Tram aus Widerstand gegen die Krebsgeschichte, wollte ich nicht, dass mein knapp Fünfjähriger da so genau zuschaut um mich anschliessend zu fragen, was er denn jetzt genau da für ein Stück ind en Fingern hielt und warum das Feuer das Stück...etc. etc. Und, ja, ich hab' ihm gesagt - nicht angeherrscht ... - er solle nach vorne schauen. Was er dann nicht tat und worauf der Mensch sich aus dem Tram entfernte, da er eh aussteigen musste.

Ist irgendwie befremdend, sich selbst da wiederzulesen. Seitdem versuche ich mich meinerseits an eine Frau zu erinnern im Tram, die der Autorin gleicht. Leider kommt mir niemand so plastisch in den Sinn. Ich fühle mich ein bisschen ertappt. Vor allem das Anherrschen meines Sohnes passt mir natürlich nicht, ich fühle mich irgendwie bestraft, was auch nur von meinem schlechten Gewissen zeugt, meinen Sohn zurechtgewiesen zu haben.
Muss ich jetzt so aufpassen, dass ich nichts falsch mache? Gerade im Tram passieren so viele Geschichten, vor allem, wenn frau mit Kindern unterwegs ist... Strange...

*Obwohl das ältere der beiden Kinder als Mädchen bezeichnet wird, ist es wohl ein Bub mit einem franszösischen Vornamen, den man hierzulande vor allem Mädchen gibt. Wie so oft gibt es französische Vornamen mit gleicher Aussprache männlich und weiblich, meistens mit verschiedener Schreibung, so auch hier.
Und: der Mensch, in der Fiktion eine Frau, die sich eine Zigi drehte unmittelbar hinter uns, war in Tat und Wahrheit ein Mann.
Das aber ist selbstverständlich die künstlerische Freiheit, soviel haben wir verstanden.

Columbo
2006-04-22 01:16:37

Agent Gibbs:
Der gerichtsmedizinische Bericht wurde Gertrud in Folge 10 gefaxt. Die eigentliche Todesursache war scheint's tatsächlich Ertrinken, so dass ein allfälliges Gift höchstens die Voraussetzungen dafür schaffen konnte, z. B. Durch Muskellähmung (vergessen wir auch nicht, die Story heisst NERVENgift). Du hast allerdings recht; es wurde lediglich eine Untersuchung "auf die gängigsten Drogen und Medikamente" durchgeführt. Damit muss es sich, wenn denn ein Gift im Spiel war, nicht mal unbedingt um eine hyper – exotische, sich spurlos abbauende Substanz handeln.

Die Gift – Theorie gibt uns, neben der Verbindung zum Titel, vor allem auch die Möglichkeit, dass der Täter jemand ist, von dem sich Andrea nicht einfach so kampflos ins (und unter) Wasser bringen lassen würde (es wurden ja nur Schürfungen gefunden, die nach dem Tod entstanden sind, wohl beim Transport zum See).

Hercule, mein scharfsinniger Freund,
Das wäre tatsächlich eine Möglichkeit, die zu bedenken wäre; so eine kleine Mini – Verschwörung zwischen Lisa und Marion. Ganz recht, wir sollten das Wort von Lisa nicht einfach so für bare Münze nehmen; wer weiss, was die beiden da ausgeheckt haben. Das würde auch erklären, weshalb Frau VdM relativ gefasst war, als Gertrud sie nach dem Mord an Christiaan besucht hat. Wie gesagt; ich glaube eher weniger, dass die betrogene Ehefrau gleich selbst ins Sozialamt gedüst ist und ihren Mann da aus dem Verkehr gezogen hat. Aber wenn sie davon gewusst hat, vielleicht Marion sogar dazu angestiftet hat ...

Miriam:
Potz Blitz, Zufälle gibts ... Ja, ähnlich spooky Ereignisse habe ich auch schon erfahren dürfen; mal mit seltsam nah an der Realität liegenden Zwischenfällen in der Story selbst, mal mit fast schon übernatürlichen Zufällen in den Kommentaren.

Und red dir bloss kein schlechtes Gewissen ein, weil du tatsächlich den Nerv hast, von deinem Nachwuchs ein einigermassen anständiges Benehmen zu verlangen. Man wird heute ja schon fast der Kindsmisshandlung bezichtigt, wenn man auf das Einhalten gewisser Regeln besteht; natürlich von den selben Leuten, die sich dann wundern, weshalb den kleinen Rackern jeglicher Sinn für Anstand und Verantwortung fehlt. Falls du nicht erst später ins Tram gestiegen bist, hast du ja wahrscheinlich mitbekommen, wie so ein Bengel seine Bewunderung für die Kriminellen, die den Böögg gestohlen haben, kundtat :-)

Special Agent Gibbs - leroy.gibbs [at] ncis.gov
2006-04-22 09:52:06

@ Columbo
Danke für den Link und Info.
Man hat den Urin nur nach gängigen Medizine und Droge untersucht. Aber nicht auf Gifte. Gift sollte in der leber sicher abgelagert sein wenn sie welche im körper hat.

Was mir noch in Sinn kommt, sie könnte wie gesagt mit einem gift im Badeöl vergiftet worden sein und dabei gab es eine lähmung, aber sie erstarbt im der badewanne durch ertrinken. das sie sich nicht hochhalten konnte. Da ist es für den täter/in ganz einfach sie später mal abzuholen und zum see zu bringen. Man weiss ja nicht ob Andrea ihr wohnungtüre wenn sie zuhause ist immer zuschliesst oder ob sie es offen liess. Oder wenn Täter/in einen 2schlüssel besitzt währe sie ohne problem rein gekommen.

Man müsste also das wasser in der Lunge Untersuchen ob das wasser aus dem See oder aus dem bad währe, ich hoff mal der/ die Gerichtsmerdiziener/-in hat wasser net einfach abfliessen lassen.

Wegen er idee von Hercule,
Vieleicht hat fr. VdM auch frau Tobler dazu erpresst oder sie ist ihre heimliche geliebte.

Hercule Poirot
2006-04-23 23:45:56

@ Gips
Das mit dem Wasseruntersuch hatten wir schon mal als comment behandelt, leider wurde uns keine 2. Untersuchung an dem Leichnam von Andrea genehmigt, aus Kostengründen meinte der Gian.

Betreffend Geliebte; ist eigentlich dass was ich in obigem Comment sagen wollte


@Miriam
Ich möchte mich an dieser Stelle den Ausführungen meine werten Kollegen Columbo anschliessen. Ich denke, dass Sabina da absichtlich etwas Salz in die Suppe brachte. Der Text wäre ja auch zum gähnen wenn da stehen würde; "die junge Mutter gab ihrem kleinen Jungen mündlich zu verstehen, dass es ihr doch lieb wäre, wenn er sich doch bitte richtig hinsetzen soll. Die freundliche Koversation des beiden dauerte an, da der doch so nette Junge die Ermahnung seiner Mutter nicht akzeptieren wollte und so eine kleine Debatte mit seiner Mutter über die Sinnhaftigkeit des ordentlichen Sitzens hielt."

Mach dir bloss keine Gedanken. Ich find es wichtig seinen Kindern mitzuteilen, welche Dinge man erwartet.

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