Folge 55
| Von Sabina Altermatt um 00:03 | [ 11. Leere Worte ] |
«Es gibt keine Gesprächsnotizen, weil sie Frau Aebischer gelöscht hat», fuhr Marita Klein fort.
«Wieso hat sie das gemacht?» wollte Gertrud wissen.
«Ich habe sie darum gebeten.»
«Und wieso?»
«Sie haben mir gedroht.» Marita Klein sprach stockend. Sie setzte die Worte vorsichtig, als ginge sie über eine Eisfläche und wüsste nicht, ob sie trägt.
«Wer hat Ihnen gedroht?»
«Die von der Klinik.»
«Welche Klinik?»
«Eine Privatklinik. Rosenhügel. Ich habe etwas unterschrieben. Eine Vereinbarung mit Schweigepflicht. Und wenn ich die nicht einhalte, muss ich 10'000 Franken Busse bezahlen.»
Gertrud konnte der Frau nicht folgen. «Was genau haben Sie Frau Aebischer erzählt, was sie nicht schreiben durfte oder vielmehr wieder löschen musste?»
Frau Klein atmete tief durch. Wie jemand, der eine längere Strecke tauchen wollte.
«Es war vor ein paar Monaten. Ich habe im Tagblatt ein Inserat gesehen. Da wurden Probandinnen gesucht. Für einen Test. Ein Anti-Aging-Mittel. Progladis. Es soll die gleiche Wirkung haben wie Botox (PDF, 48 KB). Aber von Dauer sein.»
Gertrud erinnerte sich an das Plakat im Tram. Wie hiess das noch? Schöner werden und dabei Geld verdienen? Oder hiess es jünger werden?
«Und das haben Sie Frau Aebischer erzählt?»
Marita Klein ging nicht auf Gertruds Frage ein. «Zuerst lief alles gut. Nur ein Augenlid hing leicht herunter.» Sie schien erleichtert, sprach wieder schneller. «Doch mit der Zeit hatte ich Lähmungserscheinungen, konnte die Oberlippe nicht mehr bewegen. Und am Schluss fast nicht mehr sprechen.»
«Und warum haben Sie die Behandlung nicht abgebrochen?»
«Ich hab mich beschwert, aber die meinten, das brauche seine Zeit. Und ich müsse die Versuchsreihe zu Ende machen, sonst bekäme ich kein Geld.»
«Wie viel war das?»
«3000 Franken für die erste stationäre Behandlung und dann je 900 Franken für die ambulanten Nachbehandlungen. Man musste sich für mindestens zwei Jahre verpflichten. Ich habe das Geld dringend gebraucht.»
«Sie müssen sich nicht entschuldigen.»
«Dann wollte Frau Aebischer wissen, was eigentlich los ist. Richtig wütend geworden ist sie, als ich es ihr erzählte. Wollte sofort in die Klinik mitkommen. Sagte, ich müsse zur Polizei gehen. Aber das konnte ich nicht.»
«Wissen Sie, ob Frau Aebischer etwas unternommen hat?»
«Nein. Ich hab sie gebeten, die Notizen, die sie über unsere Gespräche gemacht hat, zu löschen. Das war alles.»
«Haben Sie Frau Aebischer gegenüber den Namen der Klinik genannt?»
«Kann sein. Ich weiss es nicht mehr.»
«Wieso hat sie das gemacht?» wollte Gertrud wissen.
«Ich habe sie darum gebeten.»
«Und wieso?»
«Sie haben mir gedroht.» Marita Klein sprach stockend. Sie setzte die Worte vorsichtig, als ginge sie über eine Eisfläche und wüsste nicht, ob sie trägt.
«Wer hat Ihnen gedroht?»
«Die von der Klinik.»
«Welche Klinik?»
«Eine Privatklinik. Rosenhügel. Ich habe etwas unterschrieben. Eine Vereinbarung mit Schweigepflicht. Und wenn ich die nicht einhalte, muss ich 10'000 Franken Busse bezahlen.»
Gertrud konnte der Frau nicht folgen. «Was genau haben Sie Frau Aebischer erzählt, was sie nicht schreiben durfte oder vielmehr wieder löschen musste?»
Frau Klein atmete tief durch. Wie jemand, der eine längere Strecke tauchen wollte.
«Es war vor ein paar Monaten. Ich habe im Tagblatt ein Inserat gesehen. Da wurden Probandinnen gesucht. Für einen Test. Ein Anti-Aging-Mittel. Progladis. Es soll die gleiche Wirkung haben wie Botox (PDF, 48 KB). Aber von Dauer sein.»
Gertrud erinnerte sich an das Plakat im Tram. Wie hiess das noch? Schöner werden und dabei Geld verdienen? Oder hiess es jünger werden?
«Und das haben Sie Frau Aebischer erzählt?»
Marita Klein ging nicht auf Gertruds Frage ein. «Zuerst lief alles gut. Nur ein Augenlid hing leicht herunter.» Sie schien erleichtert, sprach wieder schneller. «Doch mit der Zeit hatte ich Lähmungserscheinungen, konnte die Oberlippe nicht mehr bewegen. Und am Schluss fast nicht mehr sprechen.»
«Und warum haben Sie die Behandlung nicht abgebrochen?»
«Ich hab mich beschwert, aber die meinten, das brauche seine Zeit. Und ich müsse die Versuchsreihe zu Ende machen, sonst bekäme ich kein Geld.»
«Wie viel war das?»
«3000 Franken für die erste stationäre Behandlung und dann je 900 Franken für die ambulanten Nachbehandlungen. Man musste sich für mindestens zwei Jahre verpflichten. Ich habe das Geld dringend gebraucht.»
«Sie müssen sich nicht entschuldigen.»
«Dann wollte Frau Aebischer wissen, was eigentlich los ist. Richtig wütend geworden ist sie, als ich es ihr erzählte. Wollte sofort in die Klinik mitkommen. Sagte, ich müsse zur Polizei gehen. Aber das konnte ich nicht.»
«Wissen Sie, ob Frau Aebischer etwas unternommen hat?»
«Nein. Ich hab sie gebeten, die Notizen, die sie über unsere Gespräche gemacht hat, zu löschen. Das war alles.»
«Haben Sie Frau Aebischer gegenüber den Namen der Klinik genannt?»
«Kann sein. Ich weiss es nicht mehr.»
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